Die SD-Karte partitionieren

Hauptkategorie: Computer und Spiele
Erstellt: 18 Januar 2016
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An dieser Stelle noch mal der dezente Hinweis: Wenn Ihr ein bereits komplett aufgesetztes System habt, in dessen Konfiguration Ihr schon viel Arbeit gesteckt habt, ist GENAU JETZT der richtige Zeitpunkt für ein Backup!!

Aber wenn Ihr – wie ich – die SD-Karte erst gerade eben frisch betankt habt, kann ja nichts verloren gehen… Also starten wir jetzt endlich fdisk (wer sich damit auskennt, kann auch gerne das schönere cfdisk nutzen. Aber mit fdisk kann ich leichter zeigen, was zu tun ist. Als Gerät gebt Ihr dasjenige an, das die Minor-Number 0 hat (das ist immer das mit dem kürzesten Namen).

Da wir jetzt nicht nur was gucken, sondern im Endeffekt auch die Partitionsinformationen auf die Karte schreiben wollen, müssen wir das als root machen und verwenden dazu das Kommando sudo:

sudo fdisk /dev/mmcblk0
Partition 9

Mit „m“ (warum auch immer, das wohl einzige Unix-Kommando, das nicht richtig auf „h“ reagiert), seht Ihr die Befehlsmenge des Tools: Bisher ist noch nichts passiert. Ihr könnt hier tippen, was ihr wollt, nur kein „w“.
Partition 10

„w“ bedeutet write and exit, dann wird die Partitionstabelle genauso geschrieben, wie ihr es konfiguriert habt. Wenn Ihr Euch also vertippt haben solltet, einfach mit „q“ (quit without saving changes) verlassen und nichts ist passiert.

Wir werden brauchen:

  • l für das Anzeigen möglicher Partitionstypen
  • p für das Listen der vorhandenen oder neu konfigurierten Partitionen
  • n für das Anlegen einer neuen Partition
  • w für das Schreiben des Ergebnisses
  • t für das Ändern des Partitionstyps
  • q und d falls wir uns mal verrennen sollten

Als erstes solltet Ihr mal das „l“ ausprobieren:
Partition 11

Davon brauchen wir zwei Werte: die 82 für das Swap-Device und die 83 für die Datenpartition. Das merken wir uns einfach. Bei p, der Anzeige der vorhandenen Partitionen, hat sich noch nichts geändert (wie denn auch ?):
Partition 12

Mit „n“ legt Ihr nun eine neue Partition an:
Partition 13

Dazu fragt Euch fdisk ein paar Dinge:

  1. Der Partitionstyp soll primär sein, also „p“
  2. Die Partitionsnummer ist eigentlich egal, ich mache mal Nummer 3
  3. Der erste Sektor ist die erste freie Zahl oberhalb der Partition 2, die durch 8 teilbar ist1. In der Partitionsansicht (vorletztes Bild) hatte die zweite Partition folgende Werte:
    /dev/mmcblk0p2 122880 3788799 1832960 83 Linux Der erste freie Block ist also 3788800
  4. Die Größe für ein Swap-Device sollte immer RAM-Größe * 2 sein (also 512MB * 2 = 1024MB).
    Diese Größe müsst Ihr nicht in Blöcke umrechnen, sondern fdisk versteht hier „+1024M“.
    Bitte unbedingt das „+“ mit angeben, sonst geht es nicht und Ihre erhaltet eine Fehlermeldung.

Schauen wir uns das Ergebnis bis hier mit „p“ an:
Partition 14

Hmmm, wir wollten doch ein Swap-Device einrichten. Also müssen wir mit „t“ den Typ anpassen:
Partition 15

Die Partitionsnummer ist die 3, als Typ geben wir die vorhin gemerkte 82 für Linux Swap an (mit L könnt Ihr hier sogar noch mal nachschauen). Jetzt sieht das schon besser aus:
Partition 16

OK, auf zur nächsten Partition. Hier bleibt dem „n“-Kommando nicht mehr viel zu Überlegen übrig:
Partition 17

Wieder wählen wir eine primäre Partition (es sei denn, Ihr wollt noch eine 5., 6., … Partition anlegen, dann müsst Ihr jetzt auf extended umschwenken).
Die Partitionsnummer ist dann automatisch 4, er fragt gar nicht erst.

Erster Sektor ist der erste freie oberhalb der Partition 3, wieder durch 8 teilbar. Dazu schauen wir uns den Wert der neuen Swap-Partition an:
/dev/mmcblk0p3 3788800 5885951 1048576 82 Linux swap / Solaris
Damit ist der Startblock mit 5885952 klar.

Als Größe könnt Ihr einfach den Default-Wert übernehmen, denn wir wollen ja den Rest der SD-Karte für die Datenpartition haben. Ein schnelles „p“ gibt uns folgendes:
Partition 18

Damit haben wir also knapp 27 Gigabyte in der Partition 4. Die ist auch schon vom Typ „Linux“, wir brauchen das nicht zu ändern. Das ganze schließen wir jetzt mit dem „w“ Kommando ab:
Partition 19

Die Meldung sagt nur, dass die Partitionstabelle erst aktiv wird nach dem nächsten Booten – oder? Das ist hier Linux, kein Windows. Hier wird nicht einfach gebootet, nur weil man was gemacht hat!

Also verwenden wir „partprobe“ und geben ihm die Option –s mit, damit wir was sehen:
sudo partprobe -s
Partition 20

Natürlich muss man das wieder mit sudo als root tun. Probiert es mal ohne – kann nichts passieren.

OK, aber hat sich schon was getan? Schauen wir es uns an:

Mount:
Partition 21

Nö.

/proc/swaps:
Partition 22

Nö.

Auch die Diskfree-Anzeige „df“ zeigt nichts Neues:
Partition 22

Aber das ändern wir jetzt.