Madeira 2017, 3. Tag

Wetter etwas übertrieben
Erstellt: 10 September 2017
Zugriffe: 191

Diese Nacht war direkt gegenüber des Hotels eine kleine Feier. Unterm Strich hieß das, von 23 bis 04 Uhr früh Remmidemmi höchsten Ausmaßes (Bumm Bumm Bumm Tschack Bumm di Bumm...).

Da halfen auch die Absperrungen der Wiese nichts:

Absperrung der Wiese

So war nicht nur der Morgen müde, sondern Anette und ich ebenfalls. Trotzdem war frühes Aufstehen angesagt, denn heute sollte die Jeep-Tour in den Südwesten der Insel stattfinden.

Morgenröte

Mit leichter Verspätung ging die Tour auch los und bald hatten wir viel zu sehen - egal, ob nach oben oder nach unten. Ist halt eine hügelige Insel:

nach oben

nach unten

Die Straßen waren nett. So eine Jeep-Tour soll ja nicht über die Autobahn gehen, sondern über kleine Landstraßen oder auch mal ins Gelände. Im Bild kann man gut sehen, was unsere Fahrerin Lucia wirklich konnte: Leute erbarmungslos totschwätzen und dabei mäßig konzentriert Autofahren. Begeisternd war ihre Art, auch dann zu reden, wenn niemand etwas verstehen konnte, beispielsweise im Tunnel. Das hörte sich dann ungefähr so an: "Auf Madeira ist haben wir viel BRUMM RAUSCH DRÖHN - das ist wichtig für uns, weil DRÖHN RAUSCH BRUMM HUP SCHEPPER." Insgesamt so gut wie eine Durchsage jedes Flugkapitäns...

Steilstraße

Was dann wieder gut zu verstehen war, waren ihre Erklärungen zum Thema Waldbrand, Eukalyptus-Anbau und -ernte. Immer wieder konnten wir heute den immer noch schwelenden Waldbrand sehen, oder die Auswirkungen der Brände im vergangenen Jahr.

Eukalyptus

Waldbrand

Die Kamera bringt das wahrscheinlich nicht ganz effektvoll rüber, aber nach kurzer Zeut waren wir ganz schön durchgerüttelt. Egal, ob es über Sandwege ging oder grobes oder auch feineres Pflaster - unsere Fahrerin nahm jedes Schlagloch konsequent mit.

Sandweg

grobes Pflaster

Feineres Pflaster

Der erste Anziehungspunkt waren die Highlands von Madeira - vergleichbar mit denen Schottlands. Leider auch in Bezug auf das Wetter, denn wir sahen: Nichts. Aber dafür war die Luftfeuchtigkeit so hoch, dass wir nach einiger Zeit das Verdeck schlossen, um nicht völlig nass zu werden.

Highlands beginnen

Highlands beginnen

Ein kleiner Fußmarsch brachte wieder etwas Gelenkigkeit - insbesondere, weil der schmale Weg durch irgendeine Piekepflanze gesäumt war. Die meisten hatten da kein Problem, aber mit halblangen Hosen und Sandalen... Jedenfalls waren wir jetzt halbwegs wach.

Fußweg

Dickes Piekezeugs

Ich kann mir ja Ortsnamen nicht merken, aber die Kamera meint, der Leuchtturm stünde in Calheta: Farol da Ponta Do Pargo. Neben ihm, dem Ausblick drumrum und unserem Auto ist auch Lucia zu sehen. Sie war auf der Suche nach dem letzten Fahrgast. Einer geht halt immer mal verloren. Da waren's nur noch fünf...

Leuchtturn

Ausblick auf den Atlantik

unser Jeep

Lucia

Anette im Jeep

In einem Nachbarort, in dem sich ein paar Gäste ein leckeres Likörchen reingezogen haben, ging plötzlich eine regelrechte Knatterorgie los. Offensichtlich gab es einen Ausflug vieler älterer kleiner Mopeds, die zusammen einen Höllenlärm verursacht haben. Einen Mercedesausflug und einen Mini-Ausflug mit den alten Minis haben wir auch gesehen.

Mopeds

Früchte

Früchte

Die Pflanze hier ähnelt einem Katzenschwanz - die anwesenden Damen wussten aber nicht, was es für ein Pflänzchen ist.

unbekannte Pflanze

In Paúl Do Mar haben wir Mittag gegessen. Leckerer Fisch bzw. Rindfleisch mit Pommes, Gemüse und dann noch Nachtisch sowie Kaffe und das für 11€. Passt. Den armen Kerl da haben sie einfach am Meer stehen lassen und haben ihm nicht mal 'ne Badehose spendiert (bei den Preisen hier im Ort war wohl keine mehr im Budget). Da das Schild völlig unlesbar war, haben wir angenommen, das wäre Paúl. Wer auch immer Paúl war oder gewesen sein soll. Das wusste Lucia auch nicht.

Paul?

Pauls? unlesbares Schild

Neben Bananen, Wein und anderem gesunden Zeugs wird auf Madeira auch Zuckerrohr angebaut. Das will dann auch verarbeitet werden, was in entsprechenden Fabriken geschieht. Destilliert wird dann später auch noch, aber das haben wir nicht gesehen. Unsere kleine Zuckerwasserfabrik war in Teilen museal, in Teilen operativ. Als Endprodukte könnten wir Poncha und Rum testen, dazu Honigkuchen probieren. Das haben wir auch gemacht, der Honigkuchen schmeckt und hat die Konsistenz wie frische Printen. Ist ja bald Weihnachten.

Zuckerrohrfabrik

Alte Maschinenteile

Alte Maschinenteile

aktuell genutzte Teile

Endprodukte

Unsere Damen haben das wahrscheinlich gar nicht zur Kenntnis genommen, aber die Tisch- Sitzbank-Kombination fand ich genauso klasse wie das Getriebe mit Viergangschaltung für Treibriemen.

nette Sitz - Tisch - Kombination

4-Gang-Schaltung

Letzter Halt war dann laut Kamera-GPS in Ribeira Brava. Schöner Blick, u.a. Auf eine Fischzucht. Aber im Hintergrund zog langsam das schlechte Wetter auf uns zu, sodass wir recht flott den Heimweg antraten. Das Bild ist natürlich eine künstlerische Übertreibung, deshalb zum Abschluss noch eine nette Blüte.

Fischzucht

Rundblick

Rundblick

Blüte zum Schluss

Ab morgen geht es dann in Eigenregie mit dem Auto weiter. Mal gucken, welche Handlungsoptionen uns das Wetter gibt.