3D-Drucker - Roberts neues Spielzeug

Roberts neuer Drucker
Erstellt: 05 September 2017
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Der Aufbau

Seit Ostern beschäftigt sich Robert immer wieder mal mit dem Thema 3D-Druck. Dazu hat er sich einen Bausatz zugelegt von dem chinesischen Hersteller Geeetech (ja, wirklich mit 3 "e")!

Genauer heißt das Teil Prusa I3 X 3D. Es kam eine riesige Kiste mit vielen Bauteilen und mindestens genauso vielen Stunden Bastel- und Schraubspaß.Roberts neuer 3D Drucker 16

Nachdem der Aufbau fertig war (Teile waren eher zu viele da, aber die Pressspanplatten sind leider nicht sauber gefräst), wurde das gute Stück in Betrieb genommen. Die ersten Versuche waren ein wenig schwierig, weil der Drucker erst einmal in der Höhe kalilbriert werden muss. Ist er zu weit von der Bodenplatte weg, druckt er Mist. Ist er zu dicht dran, auch. Kompliziert ist auch die Wahl der richtigen Unterlage. Auf der Metallplatte des Druckers selbst kleben die Modelle nicht fest genug - egal, welche Temperatur man auch wählt. Gut gelungen sind uns erste Versuche auf den guten, alten Overhead-Folien (ja, ich hatte da noch was im Schrank...). Aber das Zeug wellt sich durch die Wärme.Roberts neuer 3D Drucker 18

Weniger gut waren Papier, Pappe, Alu-Platte, Glasplatte (mit und ohne Haarspray). Genial einfach ist dann einseitges Klebeband, das normalerweise zum Abkleben beim Malern genommen wird.Roberts neuer 3D Drucker 30

Dann bleibt eigentlich nur noch, das richtige Druckmaterial und für das jeweilige Material die richtige Drucktemperatur herauszufinden sowie die Temperatur der Bodenplatte. Die wird auch noch beheizt. damit das Druckstück sich während des Abkühlens nicht verziehen kann. Das ist dann eine Gleichung mit mindestens vier Unbekannten. Das kann man auf dem nächsten Bild im Display gut erkennen: Die oberste Zeile gibt die aktuelle Temperatur der Düse (links) und der Grundplatte (rechts) an. Offensichtlich kühlt er gerade ab, denn die Werte rechts vom "/" sind jeweils 0. Da steht sonst die Soll-Temperatur, wenn er aufheizt.

Die nächste Zeile zeigt die X, Y, und Z-Koordinat an. X und Z wird über die Bewegung des Kopes verändert, die Y-Koordinate über die Bewegung des Tisches (der beheizten Grundplatte). Zeile 3 beschreibt mögliche Größen-Skalilerung und Beschleunigung oder Verlangsamung des Druckvorgangs sowie die Laufzeit des Druckers. Zeile 4 enthält die noch erwartete Laufzeit bis zur Fertigstellung des Druckstücks.

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Die ersten Drucke

Wie oben schon erwähnt, ist der einzige Makel an dem Druckerbausatz, dass die Pressholzplatten sehr unsauber geschnitten sind. Leider ist zu viel Material abgeschnitten (Schnittkandten sind nicht gerade, sonder schräg). Das führt zu weniger guter Passgenauigkeit. Besonders merkt man das an der wackeligen Aufhängung der linken Z-Achsen-Gewindestange. Sie kann dadurch leider nicht zentriert geführt werden und eiert herum. Das macht sich in herrlichen Quietschgeräuschen bemerkbar. Die hört man aber, nur, wenn der Druckkopf über längere Strecken nach oben oder unten gefahren wird. Dann aber sehr deutlich

Dies ist einVideo, das noch mit der defekten Nozzle gedreht wurde - das Quietschen zu Beginn haben wir Euch für das zweite Video aufgehoben :-)

Und hier sind schon mal die ersten Versuchsergebnisse:
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Die etwas groben Raster bei dem mitteleren Teil sollen so sein, damit spart der Drucker Material beim Aufbau des jeweiligen Druckstücks:
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Und so sieht es aus, wenn der Druck irgendwie nicht funktionieren will:
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Erst mal Pause

Irgendwie haben wir es bei den Versuchen geschafft, dass die Ausstoßdüse (genannt Nozzle) verstopft ist. Alle Versuche, das Material im Ofen so zu erhitzen, dass es heraustropft, sind gescheitert. Also hat sich Robert ein paar Ersatzdüsen geholt - damit ging es dann einige Zeit später weiter. Erst mal musste er sein Semesterprojekt über die Bühne bringen,. was ihm auch mit sehr gutem Erfolg gellungen ist. In den Sommerferien hatte er dann wieder etwas Zeit, sich um den 3D-Druck zu kümmern. Außerdem hatten wir einegauft - das Filament (Druck-Kunststoff) ist jetzt nicht mehr grün, sondern weiß:
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Niedlich, die Kleinen (das sind übrigens Pokémon - ja, die gibt es noch...)!  Das Video zeigt, dass der Druck jetzt sauberer läuft. Perfekt ist noch ein wenig anders, aber das ist halt Übungssache. Naja, und das versprochene Quietschen am Anfang gibt's halt gratis...

Praxiseinsatz

Dann hatten wir ncoh einen Versuch, etwas wirklich Praktisches zu produzieren. Zum einen, weil es sinnvoll war, zum anderen, um den Fragen anderer Hausbewohner(innen) ("Und wozu braucht man das?", "Funktioniert wohl nicht, was?" usw.) schlagkräftig Paroli bieten zu können: Die Füße der Balkonstühle geben seit einigen Jahren sukzessive den Geist auf. Und die kann man super drucken! Leider ist das Material etwas zu hart und bricht leicht bei Dauerbelastung. Aber Robert wollte ja eh noch mehr Druckmaterial bestellen:
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Abschließend hier noch ein paar Bilder in der Galerie. OK, die Kabel kann Robert gerne noch mal sauber verlegen. Aber da wir mehrfach den Druckkopf komplett ausbauen und dabei immer die Heizleitungen und die Thermostateitungen abbauen mussten, hat das jetzt erst mal Priorität 2: